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Stadtführung – Landshut erleben

12. August 2026

Ein Rendezvous mit den Schönheiten der Stadt“ heißt es bei der beliebten Stadtführung.
Immer mittwochs um 14 Uhr sowie samstags um 10:30 Uhr oder 14 Uhr (von Mai bis Oktober zusätzlich freitags um 17:00 Uhr und sonntags um 10:30 Uhr) beginnt die 1,5 stündige Stadtführung vor dem Rathaus. An einem herrlichen Samstag bin ich zum ersten Mal selbst mit dabei und berichte quasi live von meinen Eindrücken.

Panorama Stadt Landshut mit Isar, Martinskirche und Burg Trausnitz. Foto: Stadt Landshut
Schild am Landshuter Rathaus. Foto: Stadt Landshut Treffpunkt vor dem Rathaus. Foto: Stadt Landshut

Treffpunkt vor dem Rathaus

Für Stadtführer Hans zum Beispiel zählt Landshut zu den schönsten Städten überhaupt.
Das Rathaus befindet sich mittig in der Altstadt, gleich dahinter ist parallel die Neustadt zu finden, die ebenfalls zur Altstadt gehört und dann gibt es noch die Freyung, die auch Altstadt ist. Aha!, denkt sich vermutlich so mancher Gast.
In lockerer, unterhaltsamer Art erklärt Hans die Gründung der Stadt 1204 durch die Wittelsbacher. Leider haben es die laut Hans zu nix gebracht, gemeint ist der adelige Aufstieg. „Immer wenn oana auf´m Sprung war, dann hod man umbracht, do war ma ned so zimperlich“, schildert Hans humorvoll die damaligen Zustände.

Rosengarten in der Rosengasse. Foto: Stadt Landshut Rosengarten in der Rosengasse. Foto: Stadt Landshut

Ein kurzer Halt in der Rosengasse

Nun geht’s auf zur Rosengasse. Scheinbar sind wir eine imposante Gruppe, denn ganz spontan gesellen sich zwei weitere Besucher zu uns. „Wir kommen einfach mal mit“, so das interessierte Ehepaar. Das übrigens bei einem späteren Halt vor dem Rathaus ganz anständig die 10 Euro pro Person für die Stadtführung bezahlt hat.
Vor einem herrlichen, kleinen Rosengarten wird uns erklärt, warum die Rosengasse eigentlich Rosengasse heißt. Und nein, es waren nicht die Rosen für die Namensgebung verantwortlich. Sondern? Die Antwort verrate ich jetzt nicht!

Die Neustadt mit Blick auf die Burg Trausnitz. Foto: Stadt Landshut Die Neustadt mit Blick auf die Burg Trausnitz. Foto: Stadt Landshut

Einen Abstecher in die Neustadt

Von der Rosengasse aus geht es über die Herrengasse in die Neustadt. Ein Blick vom Ursulinenkloster bis zur Jesuitenkirche zeigt eindrucksvoll die Häuserfassaden Landshuts. Die Neustadt ist gerade einmal 50 Jahre jünger als die Altstadt, was historisch gesehen zu vernachlässigen ist. Hoch oben thront die Burg Trausnitz und lächelt herab auf die wunderschönen bunten, mittelalterlichen Bauwerke der Stadt.

Auf dem Weg zur Rochuskapelle. Foto: Stadt Landshut Auf dem Weg zur Rochuskapelle. Foto: Stadt Landshut
Die kleine Rochuskapelle hinter dem Haus International in Landshut. Foto: Stadt Landshut Die kleine Rochuskapelle hinter dem Haus International in Landshut. Foto: Stadt Landshut

Weiter geht es zur Rochuskapelle

Von Reichen und Schönen sowie von Siechenden und Leidenden wird erzählt. Wer früher unheilbar krank war, wurde regelrecht abgesondert. So stand bei jedem Siechenhaus an den Stadträndern eine Kapelle. Die Rochuskapelle war eine davon und ist bis heute gut erhalten geblieben.
In Plauderlaune erzählt der Stadtführer von seinen jahrelangen Erlebnissen und bezieht dabei die Gäste aus Baden-Württemberg humorvoll in seine Schilderungen mit ein.

Hotel Amalia am Postplatz direkt an der Isar. Fotos: Stadt Landshut Hotel Amalia am Postplatz direkt an der Isar. Fotos: Stadt Landshut
Weg entlang der Isar-Promenade. Foto: Stadt Landshut Weg entlang der Isar-Promenade. Foto: Stadt Landshut
Blick aus dem Fenster des Hotel Amalia. Foto: Stadt Landshut
Frühstücksraum im Hotel Amalia. Foto: Stadt Landshut

Direkt zur „Alten Post“ an die Isar

Ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert Hans an der Isar direkt vor dem Jugendstil-Prachtbau der „Alten Post“, dem heutigen  „Hotel Amalia“. Früher war er Postbote. Da hat er das Gebäude nie so richtig von innen gesehen, nur der Weg zur Kantine war ihm gut bekannt. Nun als Stadtführer darf er immer mal wieder dieses herrliche Bauwerk von innen bewundern.
Man merkt, die Teilnehmer der Stadtführung haben sich von seiner Begeisterung anstecken lassen.
Ich persönlich fand an dieser Stelle sehr interessant, dass es auf der Isar keinen Schiffsverkehr gab. Dafür zählte man wohl mal über 8000 Floßfahrten in einem Jahr!

Portal der Hl. Geist Kirche mit Stadtführer. Foto: Stadt Landshut Vor dem Portal der Heilig Geist Kirche. Foto: Stadt Landshut

Die Heilig-Geist-Kirche als nächster Halt

Flotten Schrittes folge ich der Gruppe bis zur nächsten Schönheit der Stadt – der Heilig-Geist-Kirche. Lediglich einmal im Jahr wird hier eine Messe gefeiert, ansonsten darf man Ausstellungen und Konzerte in der wunderschönen Kirche genießen. Die Zierwappensteine als Schlusssteine in der Kirchendecke zeigen Herzöge und Prominente von damals. Hans würde hierzu jede Menge wissen, allerdings drängt uns die Zeit ein wenig und wir machen uns auf zur nächsten Station.

Der Narrenbrunnen in der Landshuter Altstadt. Foto: Stadt Landshut Am Narrenbrunnen. Foto: Stadt Landshut

Ein Blick auf den Narrenbrunnen

„Der Narrenbrunnen steht hier eigentlich falsch“, höre ich den Stadtführer sagen. Aha, „warum?“ frage ich mich. Früher war hier wohl ein Fischmarkt – ist ja interessant. Ein paar Anekdoten zu Franz Xaver Krenkl weiß Hans hier ebenfalls zu berichten. Man könnte darauf schließen, dass er der Hauptinitiator für das heutige Oktoberfest in München war. Was für Hans allerdings außer Frage ist: „Wenn irgendwo wos wichtiges passiert ist, war a Landshuter mit dabei!“ Das geht für mich als Landshuterin natürlich runter wie Öl.

Ein Blick über die Isar. Foto: Stadt Landshut Ein Blick über die Isar. Foto: Stadt Landshut

Zurück an die Isar

Auf dem Weg zur Isarpromenade komme ich mit ein paar Besuchern ins Gespräch. Beeindruckt von den Schönheiten der Stadt erzählen sie, dass sie auf jeden Fall zur Landshuter Hochzeit mal wieder kommen möchten. Das kann ich ihnen natürlich nur wärmstens empfehlen. Der Trubel in der Stadt mit all den Kostümen und Aufführungen ist und bleibt einmalig. Am Mühlensteg angekommen genießen wir den Blick isaraufwärts und isarabwärts. Wie schön es doch in Landshut ist, wird mir hier selbst bewusst.

Kronleuchter im Rathausprunksaal. Foto: Stadt Landshut Kronleuchter im Rathausprunksaal. Foto: Stadt Landshut

Wieder beim Rathaus

Wir kehren zurück in die Altstadt und bestaunen noch einmal das Rathaus und die gegenüberliegende Stadtresidenz. Die Stadtresidenz zählt ohne Frage zu den Schönheiten von Landshut. Sobald die Baustelle im nächsten Jahr beendet ist, darf der 4-seitige Prachtbau auch wieder von innen besichtigt werden. Wir freuen uns an dem Anblick von außen und machen noch einen Abstecher in den imposanten Rathausprunksaal. So lauschen wir hier gespannt den Erzählungen über die Landshuter Hochzeit, das Stadtwappen, der Stadtgründung und so mancher Anekdote aus früheren Zeiten. Die Begeisterung des Stadtführer für seine Stadt Landshut ist hier auf jeden Fall ansteckend.

Blick über die Altstadt auf St. Martin. Foto: Stadt Landshut St Martin in der Altstadt. Foto: Stadt Landshut

Eine imposante Schönheit zum Schluss

Nur schwer können wir uns von den Geschichten von damals im Rathausprunksaal verabschieden. Ein Blick auf die Uhr verrät jedoch, wir haben uns ziemlich verratscht. Aber die letzte Schönheit können wir auf keinen Fall auslassen. Die Martinskirche. Beeindruckend ragt der Kirchturm in den weiß-blauen Himmel. Unvorstellbar, wie der Bau damals wohl vonstattenging. Und auch im Inneren der Kirche sehe ich in erstaunte Gesichter. Die gotische Hallenkirche beeindruckt durch ihr unverblümte Schönheit. Hans erzählt von damals und alle hören aufmerksam zu. Alleine über das gigantische Torbogenkreuz könnte er eine eigene Stadtführung füllen. Einen Schmunzler gibt es noch ganz am Ende der Tour. „Die Orgel ist aus 1620, warum da 1700 steht, wissen wir bis heute nicht!“ So endet meine bemerkenswerte Stadttour mit so vielen unglaublichen Eindrücken. Einfach mal mitgehen und Landshut erleben – mehr bleibt mir nicht zu sagen.

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