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Landshuter Stadtführerinnen und Stadtführer verraten ihre Lieblingsorte

2. September 2026

Landshut steckt voller besonderer Orte – manche sind weithin bekannt, andere entdeckt man erst auf den zweiten Blick. Wer die Stadt regelmäßig Gästen zeigt, kennt ihre schönsten Ecken oft besonders gut. Unsere Stadtführerinnen und Stadtführer verraten ihre ganz persönlichen Lieblingsorte und erzählen, was diese Plätze für sie so besonders macht.

Stadtführung in Landshuter Altstadt mit Blick auf die Martinskirche. Foto: Stadt Landshut
Herzog der Reiche am Dreifaltigkeitsplatz. Foto: Christian Baier Herzog der Reiche am Dreifaltigkeitsplatz. Foto: Christian Baier

Christian Baier - Dreifaltigkeitsplatz um das Standbild von Herzog Ludwig dem Reichen

Herzog Heinrich der Reche wollte einen repräsentativen Platz am Fuß seiner Burg schaffen und ließ die Häuser auf dem heutigen Dreifaltigkeitsplatz abreißen. Zugegeben, die momentane Baustelle spricht nicht für einen Lieblingsort, aber irgendwann wird dieser Ort zu Landshuts Vorzeigeplatz. Die Burg, der beinahe atemberaubende Blick in die Altstadt mit St. Martin, dazu ein schmuckes Café unter Bäumen – der Herzog hatte eine Vision, wie dieser Platz eines Tages aussehen würde!

Weinkeller auf der Burg Trausnitz. Foto: Jutta Beer Weinkeller auf der Burg Trausnitz. Foto: Jutta Beer

Jutta Beer - Weinkeller der Burg Trausnitz

Mein Lieblingsort ist der Weinkeller der Burg Trausnitz. Er besticht durch seine gigantischen Ausmaße und erinnert dabei an eine Kirche. Er ist ein ganz ungewöhnliches „Juwel „. Ein besondere Atmosphäre entsteht, wenn die Wittelsbacher Turmpfeiffer durch ihre Musik dem Ort „Leben einhauchen „. So freue ich mich jedes Mal ganz besonders auf die seltenen Führungen im Weinkeller und bin immer wieder aufs Neue von dem „geheimen Ort“ fasziniert.

Sieglinde Brams in Prantlgarten. Foto: Sieglinde Brams Sieglinde Brams in Prantlgarten. Foto: Sieglinde Brams

Sieglinde Brams - Prantlgarten

Die Frage nach meinem – oder überhaupt EINEM – Lieblingsort lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Es gibt viele Plätze in Landshut, die ich liebe. Einer davon ist der Prantlgarten vor dem KOENIGmuseum, inmitten der Kunstwerke von Fritz Koenig.

Am Fuße des Hofbergs, vor der historischen Stadtmauer, die heute zugleich die Fassade des KOENIGmuseums bildet, mit Blick auf den Turm von St. Martin, entfaltet dieser Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Innerhalb weniger Schritte lässt man die geschäftige Neustadt hinter sich und taucht in eine grüne, ruhige Oase ein. Hier begegnen sich das Mittelalter – verkörpert durch die Stadtmauer – und die Moderne des Museums sowie die Werke von Fritz Koenig. Gerade dieses Zusammenspiel von Architektur, Geschichte und Kunst verleiht dem Ort seinen unverwechselbaren Charakter. Vielleicht berührt mich dieser Ort deshalb so sehr, weil hier all das zusammenkommt, was meinen Blick auf die Stadt prägt: Architektur, Kunst und Geschichte.

Besonders gerne bleibe ich vor der Skulptur Große Zwei XXV stehen und betrachte sie. Sie ist weit mehr als eine Anordnung von Halbkugeln, Rundstäben und Kuben, die auf den ersten Blick wie eine rein formale Komposition erscheinen mag. Hinter der geometrischen Formensprache verbirgt sich mehr als bloße Stereometrie. Mit etwas Zeit und Aufmerksamkeit treten zwei Menschen in Erscheinung: zwei Liebende, die sich einander nähern und deren Begegnung eine berührende Geschichte in sich trägt. Gerade dieses Spannungsfeld zwischen reduzierter Form und menschlicher Emotion macht das Werk für mich so faszinierend.

Freundschaftstempel im Herzoggarten. Foto: Stadt Landshut Freundschaftstempel im Herzoggarten. Foto: Stadt Landshut

Werner Brücklmayer - Freundschaftstempel im Herzogsgarten

Hier versammelte der Pfalzgraf von Birkenfeld-Gelnhausen damals seine engsten Freunde in Gestalt von Scherenschnitten um sich. Inschrift im Inneren: Auch als Schatten seid ihr mir nah (Original in französischer Sprache).

Innenhof der Alten Postpassage Foto Stadt Landshut Innenhof der Alten Postpassage Foto Stadt Landshut

Doris Danzer - Innenhof der Alten Postpassage

Mein Lieblingsort in Landshut ist der Innenhof der Alten Postpassage, beim sog. Landschaftshaus. Er ist sehr versteckt, daher nicht jedem/r bekannt. In Landshut ist er ein besonderer Ort: ruhig, einerseits schattig, weil von hohen Hausmauern umstellt und begrünt, andererseits mit freiem Blick auf Hausdächer und Himmel, von südländischem Charme, umgeben von alter und neuer Bausubstanz. Man hört trotz Getöse in der Altstadt an manchen Tagen hier nur das leise Plätschern der Wasserfontäne in das kleine Becken mit der lieblichen Bronzefigur einer Edeldame der Landshuter Hochzeit.

Es ist einer der wenigen Orte in der Altstadt, an dem man sich ungestört und unbeobachtet zurückziehen kann – vielleicht mit einem interessanten Buch oder einem Eis oder Kaffee von nebenan. Bis vor einigen Jahren war der Platz frei, ohne Gastrobestuhlung. Da gefiel er mir besser. Vor allem die Schirme verstellen den Blick auf die Brunnenfigur und die Fassaden. Dieser Ort atmet auch Geschichte: Das dominante Haus zur Altstadtseite hin, das Landschaftshaus, war im 16. Jahrhundert Sitz der Ständevertretungen: Adel, Klerus, Bürgertum, also so etwas wie ein frühes Parlament. Die Fassade (in Richtung Altstadt) ist heute die einzige in der Stadt mit Bemalungen. Bayerische Herzöge von 1180 bis Ende des 16. Jahrhunderts. sind darauf zu sehen. Die frühere Eingangstür zum Landschaftshaus mit dem bayerischen Wappen ist nun die Holztür, die zum Innenhof führt. Der heute noch geläufige Name für das Gebäude und die Passage „Alte Post“ kommt von einer Nutzung des Hauses als Postgebäude im 19. Jahrhunderts. Der Maler Max Slevogt wurde 1868 in diesem Haus geboren, als Sohn eines bayerischen Hauptmanns, er war aber nur kurze Zeit in Landshut, bevor seine Eltern bzw. seine Mutter über Würzburg in die Pfalz gezogen sind.

Landschaftshaus mit Blick in die Altstadt. Foto: Stadt Landshut Landschaftshaus mit Blick in die Altstadt. Foto: Stadt Landshut

Renate Dornecker - Blick vom Landschaftshaus in die Altstadt

Ich bleibe mit meinen Gästen besonders gerne in Höhe des Landschaftshauses stehen. Nicht nur,  weil dieses geschichtsträchtige, wunderschöne Haus selbst eine Quelle interessanter aber auch unterhaltsamer Geschichten darstellt, sondern weil ich ganz besonders den Blick von hier die Altstadt hinunter bis zur Heilig-Geist-Kirche als sensationell empfinde (wenn nicht gerade ein Baukran die Sicht stört!). Von hier aus sieht man, dass die Altstadt ein bewegter, lebendiger Straßenzug ist. Auch die Neigungen der Fassaden auf der Altstadt-Ostseite erkennt man hier besonders gut und machen das erlebbar, was man wahrscheinlich vor Jahrhunderten damit erreichen wollte – jede einzelne Fassade ist auch von einer weiteren Entfernung gut sichtbar! Die Gäste erkennen bewundernd, dass dadurch unsere Prachtstraße noch breiter und repräsentativer erscheint. Und da hat schon so mancher Landshuter staunend gesagt, dass er/sie diese Neigungen noch nie bewusst wahrgenommen habe. Von hier aus kann der Blick auch in die gewaltige Höhe des Martinsturms hinauf- und wieder hinabwandern und noch eine Weile im Portal der Kirche hängenbleiben. Denn das alles bietet sich von diesem Ort aus dem Betrachter in voller Schönheit!

Ganz privat setze ich mich nach einer Führung gerne an einen der Tische und mache bei einer Tasse Kaffee genau das, was ich den Gästen vorher empfohlen habe: ich erfreue mich an meinem wunderschönen Landshut.

Dominikanerkirche mit Blick von aussen Dominikanerkirche mit Blick von aussen

Eugen Eder - Dominikanerkirche

Mein Lieblingsort ist (damals wie heute) die Dominikanerkirche und insbesondere der Psallierchor. Es ist ein geheimer, ein schöner Ort. Der Psallierchor ist ein Raum, den nur wenige Menschen kennen. Hier versammelten sich die Mönche für ihr Chorgebet und ihren Chorgesang. Das Deckengemälde von Johann Baptist Zimmermann verweist auf die Funktion des Raumes: Wir sehen den Harfe spielenden David, der von musizierenden Engeln umgeben ist. Mit der Dominikanerkirche insgesamt verbinde ich viele wunderschöne Erlebnisse. Allen voran vier wunderbare Orgelkonzerte, die ich organisieren und als Conferencier begleiten durfte. Außerdem zahlreiche Kirchenführungen, z.T. umrahmt von virtuoser Orgelmusik („Klang und Raum“), z.T. anlässlich des Tages des offenen Denkmals. Und jedes Mal hatte ich das erhebende Gefühl, dass wir alle von so viel Schönheit ergriffen waren.

Maria Bründl Kirche Maria Bründl Kirche

Margaret Engels - Maria-Bründl-Kirche

Mein ganz persönlicher Lieblingsort ist die Maria-Bründl-Kirche. Ganz verborgen liegt sie mitten in der Natur des Hofbergs. Einst war sie eine bedeutende Wallfahrtskirche, und ihren ganz besonderen Charme hat sie sich bis heute bewahrt. Wer eine Weile in der Kirche verweilt, spürt ihre besondere Atmosphäre – fast so, als läge etwas Übernatürliches in der Luft.

Mühlensteg über die Isar_Landshut. Foto: Tourismusverband Ostbayern Mühlensteg über die Isar Landshut. Foto: Tourismusverband Ostbayern

Ute Fischer-Gardner - Isarsteg

Mein“ Lieblingsplatzerl“ ist der Isarsteg. In der Mitte des Stegs stehend den Blick nach Süden bis zur Luitpoldbrücke.

Links das Haus des Architekten Hans Hofbauer, der Fritz Koenig nach Beendigung seines Studiums in dem Haus ein Atelier zur Verfügung stellte. Derzeit erinnert noch der, von Fritz Koenig aus Ton geformte Nepomuk an der Fassadenwand des nun gleichnamigen Bistros, an die Anfangszeiten des großartigen international renommierten Bildhauers. Nebenan liegt ein Fest verankertes idyllisches Floß mit Bewirtung. Ein paar  Meter weiter grüßt das Badhaus Ludwig X. Biergärten mit mächtigen, schattenspendenden Bäumen laden zu einem durstlöschenden Treff ein. Der geschichtsträchtige Röckelturm, einst Teil der Stadtmauer überblickt das harmonische Ensemble!

Rechts…die Mühleninsel mit dem (noch) bestehenden Mühlmeisterhaus.

Wenn ich nun meinen Blick flussaufwärts richte…und das gehört natürlich zum Eindruck meines Lieblingsortes, dominiert der gewaltige Bau mit Walmdach des Heilig-Geist-Spitals. Ursprünglich spätmittelalterlich, später barockisiert. Die wunderschöne spätgotische Heilig-Geist-Kirche, eine Hallenkirche mit Chorumgang, ergänzt mit der Heilig-Geist-Brücke, die übrigens der erste städtische Isarübergang war, dieses mittelalterliche Eingangsensemble zur Innenstadt.

Für mich ist die“ Landshuter Isar“ mit den an ihren Ufern „gewachsenen“ alten und neueren Gebäuden, ganz einfach schön…bezaubernd.

Thekla Kapelle. Foto: Stadt Landshut Thekla Kapelle. Foto: Stadt Landshut

Rosmarie Gammel- Thekla-Kapelle in der Alten Bergstraße

Wenn ich einen besonderen Lieblingsort benennen dürfte, wäre dies, die Thekla-Kapelle, in der Alten Bergstraße 155. Wenn man über das „Ochsenklavier“ seinen  Aufstieg zur Burg beginnen möchte, gibt es einen wunderbaren Ort, direkt gegenüber, um nochmal innezuhalten, zu rasten und den Geist dieses 600  Jahre alten Gotteshauses, auf sich wirken zu lassen.

1426 wurde diese Kapelle vom Grafen Wilhelm von Neufraunhofen, zu Ehren der Gottesmutter Maria, gestiftet und hieß auch „Maria Ach“–Maria am Wasser, da sich im Hang unter der ehemaligen Jugendherberge, eine Quelle befand. Dieser sagte man Heilkräfte nach und so wundert es auch nicht, dass sich damals eine rege Wallfahrt, zu dieser Marienkirche, entwickelte.

Nach der Säkularisation bekam sie eine neuen Namen, den der hochverehrte, oberste Protomärtyrerin ,Thekla von Ikonium. Ihre durchlittenen Martern und Foltern werden auf dem Deckenfresko eindrucksvoll dargestellt. Ebenso der Hochaltar, mit seinen von Christian Jorhan gestalteten, übermannshohen Heiligenfiguren, zieht sofort den Blick auf sich.

Zum 600-jährigen Geburtstag wurde ihr eine ganz besondere Ehre zu Teil: eine Primärreliquie der Heiligen Anna Schäffer wurde von Mindelstetten in die Thekla-Kapelle überführt.

–Thekla-Kapelle Landshut-Begegnungsort mit einer Heilgen–

Was für spannende und geschichtliche Hintergründe dazu beigetragen haben und was es sonst noch für überraschende Besonderheiten zu bestaunen gibt, kann man bei den angebotenen Führungen der Stadtkirche, erfahren. Ein weiteres Geburtstagsgeschenk  sind die im Moment laufenden, aufwendigen Maßnahmen zur Instandhaltung dieses einzigartigen Kulturguts! Um diese auch weiterhin finanziell unterstützen zu können, würden wir bei den Führungen eine Obolus von 5 Euro p.P., erbitten.

Besondere Führungsangebote in näherer Zeit – auch ohne Anmeldung möglich:

Mi.23.9. um 17.00Uhr-Gedenktag der Heiligen Thekla; Sa. 3.Okt, Feiertag, 11.00Uhr und Mo. 5.Okt. 17.00Uhr, Gedenktag Hl. Anna Schäffer

Die Kapelle ist im Eingangsbereich fast täglich einige Stunden geöffnet.

Etzdorf Palais in der Ländgasse. Foto: Kerstin Kameter-Schenkl Etzdorf Palais in der Ländgasse. Foto: Kerstin Kameter-Schenkl

Kerstin Kameter-Schenkl – Etzdorf Palais in der Ländgasse

Zu meinen Lieblingsorten in Landshut zählt unbedingt das Etzdorf Palais in der Ländgasse. Der Blick von der gegenüberliegenden Straßenseite auf die Vorderfront dieses imposanten Baudenkmals ist beeindruckend.

Man bleibt einfach gerne mal stehen und betrachtet die wunderschöne Fassade, weil Sie unweit der Landshuter Altstadt mit all der Gotik einfach ins Auge bzw. aus der Reihe fällt.

Rokoko vom Feinsten, Eleganz und Poesie – so könnte man es in Worte fassen.

Die Freiherrn von Etzdorf haben über 200 Jahre lang in diesem Haus gelebt und der bedeutende Rokokokünstler Johann Baptist Zimmermann hat es Mitte des 18. Jahrhunderts in ein prächtiges Rokokogewand gehüllt.

Einen Zwischenstopp bei einem Stadtspaziergang dort einzulegen, lohnt sich. Es findet sich auch immer ein schattiges Plätzchen, um das Gebäude in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Eine Wohltat an hitzigen Sommertagen! Vielleicht bekommt man auch Lust auf ein kühles Bier, denn die Brauerei Wittmann hat dort ihren Verwaltungssitz.

Martinskirche in der Landshuter Altstadt. Foto: Stadt Landshut Martinskirche in der Landshuter Altstadt Foto: Stadt Landshut

Marion Kraus – Stiftsbasilika St. Martin

Sich auf einen Lieblingsort in Landshut festzulegen ist wirklich schwer, gibt es doch so viele wunderbare Orte in Landshut zu entdecken. Einer dieser Ort ist für mich die Martinskirche oder besser gesagt die Stiftsbasilika St. Martin. Ein Ort, den es schon seit über 600 Jahren in Landshut gibt. Eine gotische Kirche, die durch ihre Kunstwerke von Gotik über Barock bis zur Moderne besticht, und die gleichzeitig ein Rückzugsort zum Nachdenken, Beten oder einfach Verweilen ist.

Sean Scully Fenster. Foto: Stadt Landshut Sean Scully Fenster. Foto: Stadt Landshut

Linda Kurzweil-Vankova - Sean-Scully-Fenster

Meine Lieblingsecke in Landshut sind die Sean-Scully-Fenster in der Altdorfer-Kapelle der St. Martinskirche. Besonders faszinierend finde ich den Moment, wenn das Licht durch die farbigen Fenster fällt und den Raum in ein lebendiges Farbenspiel taucht. Die abstrakte Gestaltung erzählt ihre ganz eigene Geschichte, die sich auf viele Arten interpretieren lässt – für manche auch mit einer religiösen Bedeutung. Für mich stehen die Fenster zugleich für die Verbindung von Tradition und Gegenwart. Sie bringen moderne Kunst und Interkulturalität in einen jahrhundertealten Kirchenraum und zeigen einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Altstadthaus mit der Hausnummer 300. Foto: Stadt Landshut Altstadthaus mit der Hausnummer 300. Foto: Stadt Landshut

Monika Liebel - Altstadthaus mit der Hausnummer 300

Ehemaliges Patrizierhaus der Oberndorfer – fällt mir da spontan ein. Dieses Haus war die Herberge der Braut, während der Landshuter Hochzeit. So lebt das Haus von der damaligen Geschichte und strahlt für mich etwas Besonders aus. Außerdem verbinde mich mit dem Altstadthaus meine Ausbildungszeit zur Bankkauffrau, die ich an diesem geschichtsträchtigen Ort verbringen durfte. Nach meiner Ausbildung durfte ich dort noch viele schöne Jahre arbeiten. Durch die tolle Innenstadtlage hatten wir viele Geschäftskunden und natürlich auch private Kundschaft, mit denen ich heute noch freundschaftliche Kontakte pflege. So ist dieser Lieblingsort für mich mit vielen erzählten und selbst erlebten besonderen Momenten verbunden.

Rochuskapelle mit Stefan Metzenauer Rochuskapelle mit Stefan Metzenauer

Stefan Metzenauer - Rochuskapelle

Vom Orbankai aus erreicht man durch eine Öffnung in der alten Stadtmauer einen Ort der Ruhe und Besinnung mitten in Landshut. Die im 15. Jahrhundert erbaute Rochuskapelle geht auf eine Stiftung des Ratsbürgers und Handelsmanns Walther vom Feld d. Ä. für „arme, platerige Menschen” zurück. Zusammen mit dem inzwischen abgebrochenen Blatternhaus wurden hier bis 1808 Aussätzige und Menschen mit ansteckenden Krankheiten behandelt. Auf dem freien Platz vor der Kapelle befand sich der sogenannte „Pestfriedhof“ der Stadt. Bevor 2011 die neue Turnhalle für die Ursulinen-Realschule gebaut wurde, fand man hier die Überreste von 152 Verstorbenen. Es stellte sich aber heraus, dass diese nicht an Pest, sondern an Blattern (Pocken) und Syphilis gestorben waren.

Lieblingsblick in der Altstadt nach links. Foto: Stadt Landshut Lieblingsblick in der Altstadt nach links. Foto: Stadt Landshut

Helga Nachtmann – Ausblick in der Altstadt

Mein Lieblingsort befindet sich in der Altstadt 216, am Ristorante Toretta vorbei Richtung Spiegelgasse. Dort fasziniert mich dieser ergreifende Ausblick: rechts St. Martin und links die Burg Trausnitz. Seit mittlerweile 25 Jahren komme ich hier immer gerne mit meinen Gruppen vorbei und bin jedes Mal wieder fasziniert von diesem herrlichen Panorama. Neben diesem Ort gibt es viele bezaubernde Momente, die mir bei Stadtführungen gerne in Erinnerung bleiben. Seit vielen Jahren beteilige ich mich an Inklusionsführungen. Neben der ein oder anderen Herausforderung mit den besonderen Menschen sind es vor allem die Herzlichkeit und Dankbarkeit, die diese Führungen so besonders machen. So kann es schon mal vorkommen, dass ich in der Stadt mit „Hallo Helga“ freundlich begrüßt werde und wir uns mit einer herzlichen Umarmung an die gemeinsame Zeit bei einer Stadtführung erinnern. Mit den Bediensteten und Mitarbeitern im Café am Dom, Spiegelgasse 207, war ich schon einige Male unterwegs. Und auch hier gilt mein persönlicher Ansporn, dass ich mir während der 1,5-stündigen Führung die Vornamen der Teilnehmer einpräge und am Ende alle namentlich verabschieden kann. So ist für mich jede Führung eine tolle Erfahrung und ich genieße mit den Menschen meinen Lieblingsort jedes Mal aufs Neue.

Auf dem Bild sehen Sie schon mal den Blick nach links, der Blick nach rechts folgt aber gleich…

Lieblingsblick in der Altstadt nach rechts. Foto: Stadt Landshut Lieblingsblick in der Altstadt nach rechts. Foto: Stadt Landshut

Rosmarie Ottl – Ausblick in der Altstadt

Viele meiner Lieblingsplätze wurden schon genannt. Aber z. B. die schöne Ecke, wenn man den Innenhof vom Ristorante Torretta hindurchgeht, kommt man Mitten in der wunderschönen Altstadt an einen Platz, wo auf der einen Seite der Martinsturm in die Höhe ragt und auf der anderen Seite sich ein schönen Blick zur Burg Trausnitz öffnet. Das zeige ich gerne meinen Gästen. Bei der Gelegenheit erzähle ich dann auch einiges über die Burg Trausnitz.

… was für ein Zufall, dass sich die beiden Stadtführerinnen für den selben Lieblingsort entschieden haben und wir gleich noch den Blick nach rechts genießen dürfen.

 

Margit Schuster am Stadtstrand an der Isar. Foto: Margit Schuster Margit Schuster am Stadtstrand an der Isar. Foto: Margit Schuster

Margit Schuster – Stadtstrand an der Isar

Es ist nicht einfach mich für einen Lieblingsplatz in meiner schönen Stadt zu entscheiden. Dennoch fällt meine Wahl auf eine Oase der Erholung und der Möglichkeit Kraft zu tanken. Ich bin gerne am Stadtstrand an der Isar, hier kann man ein erfrischendes Bad nehmen, eine Runde Wasser treten oder einfach ein paar Minuten am Wasser verweilen. Gerne komme ich am Morgen auf dem Weg zur Arbeit um mit ein paar Atemübungen Kraft und Energie für den Tag zu tanken. Der Isarstrand befindet sich flussabwärts nach der Fischtreppe bei der neuen Galerie auf der Mühleninsel.

Eine Radfahrerin fährt über die Isarbrücke. Foto: @ Tourismusverband Ostbayern Mühlensteg über die Isar Landshut. Foto: Tourismusverband Ostbayern

Lukas Spencer – Blick vom Mühlensteg

Der Blick vom Mühlensteg ist nicht nur bei mir, sondern auch bei unseren Gästen ein äußerst beliebtes Fotomotiv und bildet daher immer einen der Höhepunkte meiner Stadtführungen. Was diesen Ort so besonders macht, ist vor allem die herrliche Lage. Vom Mühlensteg eröffnet sich der Blick auf die Burg Trausnitz, die Martinskirche sowie den Italienischen Bau der Landshuter Stadtresidenz – den ältesten Renaissancepalast nördlich der Alpen. Der Mühlensteg ist außerdem Sinnbild für den stetigen Wandel, den die Stadt Landshut in den letzten zweihundert Jahren erfahren hat: Früher konnte man hier noch die Mühlen der hier ansässigen Vereinigten Kunstmühlen sehen und die am nahegelegenen Ländtor ankommenden Flößer aus dem Alpenvorland beobachten. Zwar sind die Flößer und die Mühlen, welche die Isar jahrhundertelang prägten, heutzutage verschwunden. Die Mühleninsel und die Isarpromenade sind mittlerweile eine beliebte Gastro- und Flaniermeile geworden, die vor allem ein Anziehungspunkt für Paare aller Altersgruppen ist. Beleg hierfür ist die Vielzahl der am hölzernen Mühlensteg angebrachten Liebesschlösser

Auf dem Weg zur Rochuskapelle. Foto: Stadt Landshut Auf dem Weg zur Rochuskapelle. Foto: Stadt Landshut

Johann Wallner - Rochuskapelle

Mein Lieblingsort in Landshut ist in der Bauhofstr. 4. Hier befindet sich die Rochuskapelle. Der Stifter dieser Kapelle und des dazugehörigen Rochusblatternhauses war der Ratsherr Walter,  abwechselnd auch Waltasar oder Baltasar vom Feld genannt, geboren in Herzogenbusch in Holland, gestorben in Landshut.  1497 wurde der erste Stein für Kapelle und Blatternhaus gelegt.

Das Blatternhaus war eine Stiftung für Sieche, ein Pfründhaus für arme Manns- und Weibspersonen. Stiftungsgrund: Überhandnahme der sog. „Franzosenkrankheit“. Mit Entdeckung der neuen Welt Ende des 15. Jh. kamen neue Krankheiten nach Deutschland. Ab 1513 wird diese „Franzosenkrankheit“ auch „Lustseuche“ genannt.

Belegung des Pfründegebäudes: 9 Manns- und 19 Weibspersonen in 4 Gemeinschaftszimmern. Im Erkrankungsfall bekamen die Bewohner Heilfürsorge durch Arzt und Apotheker. Bett, Kasten und Stühle mussten meist selbst mitgebracht werden.

Um 1500 wurde durch eine Mitstiftung ein Gottesacker angelegt (Auflösung 1805). Als einziges Gebäude dieses Blatternhauses steht heute nur noch die dazugehörige Rochuskapelle, ein spätgotischer Bau mit 2 Jochen und einem besonderen Kreuzrippengewölbe. Die Kapelle hat keine Einrichtungsgegenstände mehr und wird heute vor allem für Ausstellungen und kleine Veranstaltungen genutzt.

Der ganze Platz um diese Rochuskapelle war ziemlich verwahrlost, bis 2016 die Ursulinenschwestern für ihre Schule eine moderne Turnhalle auf dem als Parkplatz genutzten Platz neben der Kapelle errichteten. Der ganze Platz wurde gefühlvoll neugestaltet und so hat durch den Bau eines ultramodernen Gebäudes auch die Rochuskapelle eine Aufwertung erhalten. Bei Vorstellung meines Lieblingsplatzes bitte ich die Teilnehmer immer, sachte aufzutreten, um die Ruhe der Toten nicht zu stören.

Garten bei der Mühleninsel. Foto: Stadt Landshut Garten bei der Mühleninsel. Foto: Stadt Landshut

Marta Wilke – Garten bei der Mühleninsel

Manchmal braucht es gar nicht viel: einen grünen Platz an der Isar, die Pergola oder eine der

Ruhebänke aus Granit – ganz nah am Wasser. Ein paar Schritte über die hölzerne Fußgängerbrücke zur Mühleninsel, kurz verweilen und den Blick schweifen lassen – über das Wasser hinweg zur Basilika St. Martin mit ihrem markanten Backsteinturm und hinauf zur Burg Trausnitz. Ein Platz, an dem Natur, Wasser und die Wahrzeichen Landshuts auf besondere Weise zusammenfinden.

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